B Fink and O Sövegjarto (2006)

Pheromone, Körpergeruch und Partnerwahl

Der Gynäkologe, 39(9):731-740.

Im Tierreich ist olfaktorische Kommunikation, besonders bei der Partnerwahl, weit verbreitet und mittlerweile gut studiert. Mit der wachsenden Anzahl an Studien über die biologischen Rahmenbedingungen/Mechanismen der Partnerwahl und der Entdeckung des Vomeronasalorgan (VNO) beim Menschen hat das wissenschaftliche Interesse an der Bedeutung des Körpergeruchs als mögliches Signalsystem in diesem Kontext deutlich zugenommen. Die Annahme, dass Menschen und andere Primaten vorwiegend visuell gesteuerte Lebewesen sind, die auch im Zuge der Partnerwahl hauptsächlich auf optische Reize angewiesen sind, musste in den letzten Jahren revidiert werden. Jüngste Studien zeigen, dass Pheromone (Geruchsbotenstoffe) eine wichtige Rolle in der Verhaltens- und Fortpflanzungsbiologie des Menschen spielen können, deuten aber auch darauf hin, dass manche Annahmen einer Modifikation bedürfen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die aktuellen Hypothesen und sog. Beweise für die Wirkung von menschlichen Pheromonen und diskutiert deren Bedeutung für das menschliche Sexualverhalten.

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