Uwe Mattler (1997)

Prüfung des Continuous-Flow-Modells anhand von lateralisiertem Bereitschaftspotential und Reaktionskraft

Shaker, Aachen. (ISBN: 978-3-8265-3147-7).

Die folgenden zentralen Annahmen des ``Continuous-Flow''-Modells (CFM) von C. W. Eriksen und D. W. Schultz werden in einem Experiment überprüft: (1) Aufgrund der Annahme der kontinuierlichen Übertragung der Information der Kontextreize von der Perzeption zur Reaktionsvorbereitung sagt das CFM vorher, dass Beginn und Verlauf des Effekts der Kontextreize auf die kortikale und muskuläre Aktivierung nicht von der Verzögerung der Zielreizdarbietung bereinflußt werden sollten. (2) Aufgrund der Annahme eines Reaktionswettbewerbs zur Erklärung des Kontexteffekts sagt das CFM vorher, dass das Ausmaß des Kontexteffekts mit dem Ausmaß der Aktivierung der falschen Hand zunehmen sollte. Daten wurden an einer Stichprobe von 60 Versuchspersonen erhoben. Es zeigte sich, dass Beginn und Verlauf des Kontexteffekts von der Verzögerung des Zielreizes beeinflusst werden. Das Ausmaß des Kontexteinflusses auf die Reaktionszeit war unabhängig vom Ausmaß der Aktivität auf der falschen Hand. Die Befunde werden insgesamt als Beleg dafür gewertet, dass das Ende des kontinuierlichen Flusses der Informationsübertragung zwischen Perzeption und motorischem System schon vor dem motorischen System erreicht ist.

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