Vorstellung der Masterarbeit von Johannes Bommes: "Eine Untersuchung visuellen perzeptuellen Lernens anhand von Drift-Diffusion-Modellen"

Wann 20.11.2020
von 13:15 bis 14:45
Wo Online, Zugangslink siehe unten
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Übung kann die Fähigkeit des visuellen Systems verbessern, zwischen den Merkmalen einfacher visueller Stimuli zu unterscheiden. Dies wird als perzeptuelles Lernen bezeichnet. Ergebnisse bestehender experimenteller Untersuchungen des Effekts auf Basis von Genauigkeitsdaten deuten darauf hin, dass perzeptuelles Lernen hochgradig stimulusspezifisch ist und mit einer Reduktion des Rauschens im visuellen System einhergeht. Drift-Diffusion-Modelle ermöglichen es, den wahrnehmungsbezogenen Entscheidungsprozess auf der Grundlage kombinierter Genauigkeits- und Reaktionszeitdaten zu modellieren. Damit erlauben sie es, ein umfassenderes Bild zu zeichnen, als allein auf der Grundlage von Genauigkeitsdaten möglich ist. Um den Zusammenhang zwischen perzeptuellem Lernen und Rauschunterdrückung sowie die Stimulusspezifität der Lerneffekte mittels Drift-Diffusion-Modellen zu untersuchen, wurde ein Experiment zur Orientierungsunterscheidung unterschiedlich stark maskierter Gabor-Stimuli durchgeführt. Dabei wurde die Entwicklung der Diskrimimantionsleistung über vier identische Trainingssitzungen hinweg beobachtet. In einer fünften Sitzung wurde ermittelt, ob die gefundenen Lerneffekte auf zuvor nicht gelernte Stimulusorientierungen generalisiert werden können. Eine Analyse der Genauigkeits- und Reaktionszeitdaten mittels Drift-Diffusion-Modellen ergab, dass perzeptuelle Lerneffekte durch Veränderungen in Driftrate, Schwellenabstand und der Nicht-Entscheidungszeit reflektiert werden und dass diese Effekte auf zuvor nicht gelernte Stimulusorientierungen generalisiert werden. Ein Zusammenhang zwischen der Stärke des externen Rauschens und perzeptuellen Lerneekten wurde nicht gefunden. In einer separaten Analyse der Genauigkeitsdaten konnte zudem keine Verallgemeinerung der Lerneffekte gefunden werden.

Dieser Vortrag findet online statt. Zugang:
https://conf.psych.bio.uni-goettingen.de/b/uma-mf9-zr3