Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Leuthold (Tübingen): "Motorische Aktivierung und Reaktionsauswahl in Doppelaufgaben: LRP Studien"

Wann 25.01.2019
von 13:15 bis 14:45
Wo GEMI, Raum 1.136
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Motorische Aktivierung und Reaktionsauswahl in Doppelaufgaben: LRP Studien

Das Lateralisierte Bereitschaftspotential (LRP) ist ein elektrophysiologisches Korrelat der selektiven Aktivierung des motorischen Systems. Als solches erlaubt die Erfassung des LRPs spezifische Fragen nach der Organisation der zwischen Reizinput und Reaktionsoutput verdeckt ablaufenden Prozesse zu untersuchen. So konnte im klassischen Psychologischen Refraktärperioden (PRP) Paradigma Evidenz für einen Kapazitätsengpass in der Reaktionsauswahlstufe für Aufgabe 2 erbracht werden. Allerdings kann die Reaktionsauswahlstufe in die beiden Teilprozesse der (a) automatischen Reaktionsaktivierung (RA) und (b) kontrollierten Reaktionsselektion (RS) unterschieden werden (z.B. Hommel, 1998). Es kann dann aufgrund ähnlicher Reaktionscodes zu Crosstalk-Effekten zwischen der RA in Aufgabe 1 (RA1) und der in Aufgabe 2 (RA2) kommen. In meinem Vortrag widme ich mich der Frage, welche spezifischen Auswirkungen der Kapazitätsengpass bei der gleichzeitigen Bearbeitung zweier Aufgaben für die jeweils damit in Verbindung stehende motorische Aktivierung besitzt. Insbesondere stellt sich die Frage, ob innerhalb des PRP Paradigmas die auf die Erst-und Zweitaufgabe bezogenen motorischen Aktivierungsprozesse (RA1 und RA2) parallel ablaufen und sich gegenseitig beeinflussen können. Ich stelle zwei LRP Studien vor, die mögliche Crosstalk-Effekte in der Reaktionsaktivierung durch eine Reaktionsprimingaufgabe 2 bzw. aufgrund aufgabenübergreifender Reaktionskompatibilität („Backward Compatibility Effect“) untersuchen.