Vortrag von Maximilian Stein (GEMI): "Eigenschaften einer illusionären Bewegung: Untersuchungen des Motion Bridging-Effekts"

Wann 18.01.2019
von 13:15 bis 14:45
Wo GEMI, Raum 1.136
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Eigenschaften einer illusionären Bewegung: Untersuchungen des Motion Bridging-Effekts.
Rotiert ein Objekt (z. B. ein Ventilatorflügel) mit einer sehr hohen Geschwindigkeit und folglich mit einer hohen zeitlichen Wiederholfrequenz, verwischt die Bewegung vor dem inneren Auge und das Objekt scheint stationär zu sein. Eine Repräsentation der Rotation des Objekts kann jedoch unter bestimmten Bedingungen im visuellen System erhalten bleiben. Ein imposantes Beispiel dafür ist der Motion Bridging-Effekt (MBE, Mattler und Fendrich, 2010). In Experimenten zu diesem Effekt rotiert ein Ring aus 16 Punkten mit einer so hohen Geschwindigkeit, dass er stationär zu sein scheint. In diesem Fall können Versuchspersonen die Rotationsrichtung des Rings nicht mehr überzufällig korrekt beurteilen. Dennoch entsteht ein Rotationseindruck, wenn kurze Zeit später ein zweiter, tatsächlich stationärer Ring aus 16 Punkten präsentiert wird. Diese illusionäre Bewegung wird überzufällig häufig in die Richtung des schnell rotierenden Rings wahrgenommen. Erklärt werden kann dies mit einer unbewussten Repräsentation der schnellen Rotationsbewegung. In meinem Vortrag möchte ich anhand von experimentalpsychologischen Befunden zeigen, inwiefern der MBE durch Varation der zeitlichen Wiederholfrequenz, der Exzentrizität und des Punkteabstands beeinflusst wird. Mithilfe weiterer Daten werde ich diskutieren, ob der Rotationseindruck und die Rotationsrichtung der illusionären Bewegung voneinander differenzierbar sind und inwiefern die räumliche Position der Ringe einen Einfluss auf die Rotationsrichtung der illusionären Bewegung hat.