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Schon bevor Kinder ihre ersten Wörter sprechen, lernen sie viel über ihre Muttersprache. Im Alter von etwa einem Jahr wissen Babies bereits welche Laute ihre Muttersprache benutzt, um Wörter zu formen, und wie diese Laute kombiniert werden dürfen. Sie wissen zum Beispiel, dass das englische “th” im Deutschen nicht benutzt wird, und dass “Lkeid” kein mögliches deutsches Wort ist. Dieses Wissen hilft Kindern, ihre ersten Wörter zu lernen und die grammatischen Regeln ihrer Muttersprache zu entdecken.

Unser Ziel ist es, mehr über den Prozess und die Mechanismen des Spracherwerbs zu erfahren. Uns interessiert dabei die frühe Sprachentwicklung von Kindern zwischen 6 und 36 Monaten. Ein besonderer Fokus unserer Arbeit liegt auf der Entwicklung des mentalen Lexikons, also des “Wörterbuchs im Kopf”. Fragen, die wir beantworten möchten, sind zum Beispiel:

Wie erkennen Kinder Wörter in gesprochener Sprache? Im Gegensatz zu geschriebener Sprache machen wir beim Sprechen keine Pausen zwischen Wörtern. Kinder müssen also lernen zu erkennen, wo ein Wort aufhört und das nächste beginnt.

Welche Informationen speichern Kinder über Wörter? Kinder müssen lernen, wie sich das Wort anhört und welche Bedeutung damit verbunden ist. Das ist schwieriger als es zunächst scheint, da oft nicht deutlich ist, welche Details wichtig sind. Bezeichnet das Wort "Esel” zum Beispiel alle Tiere, die ähnlich aussehen, also auch Zebras und Pferde?

Wie sind Wörter im kindlichen Lexikon miteinander vernetzt? Wörter haben oft verwandte Bedeutungen, wie z.B. "Pferd" und "Esel", oder hören sich ähnlich an, wie z.B. "Bad" und "Bart". Hilft es Kindern beim Lernen neuer Wörter, wenn sie bereits ähnliche Wörter kennen?