Forschung

Aktuelle Projekte

Psychologische Faktoren bei der Chronifizierung von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind ein verbreitetes, und in seinen Folgen sowohl für die betroffene Person als auch im Hinblick auf die anfallenden gesellschaftlichen Kosten schwerwiegendes Gesundheitsproblem. Forschungsergebnisse zeigen, dass es interessanterweise nur geringe Korrelationen zwischen Organbefund, Schmerzstärke und der subjektiven Beeinträchtigung (Disability) gibt. Im Rahmen der psychologischen Faktoren, die zur Chronifizierung beitragen, spielt das Fear-Avoidance Modell eine zentrale Rolle. Das Konstrukt der Fear-Avoidance sagt Behinderung durch chronische RS besser vorher als die Schmerzintensität. Als ein wichtiger Mechanismus für die Chronifizierung wird dabei angenommen, dass ein Teil der Patienten in der akuten Phase des Rückenschmerzes eine Angst vor Bewegungen erwirbt. Diese Angst führt zu Schonverhalten mit einer weitgehenden Vermeidung von Bewegungen. Wird diese Bewegungsvermeidung über längere Zeit aufrecht erhalten, stellt sich eine Dekonditionierung des muskoloskeletalen Systems mit einer dadurch bedingten Schmerzsensitivierung ein, die in einen Teufelskreis Schmerz --> Angst vor Bewegung --> Bewegungsvermeidung --> Schmerzsensitivierung --> Schmerz führt.

Mein Interesse gilt der im Fear Avoidance Modell postulierten Angst vor Bewegungen. Diese Bewegungsangst untersuche ich mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und inwiefern Patienten mit chronischen Rückenschmerzen visuelle Stimuli, die neutrale/angenehme und unangenehme Bewegungen zeigen anders verarbeiten als gesunde Kontrollpersonen.

Erste Ergebnisse

Problematische Internetnutzung und Online-Rollenspiele

Gemeinsam mit Nele Nyenhuis arbeite an der Untersuchung übermäßiger Internetnutzung im Allgemeinen und der starken Nutzung von Online Rollenspielen (MMORPGs) im Besonderen. In diesem Rahmen haben wir bereits verschiedene Datenerhebungen an Göttinger Studierenden aller Fächer, mehrere Online-Befragungen und experimentelle Studien durchgeführt.

Handlungskontrolle und Persönlichkeitseigenschaften

In einer Kooperation mit Jutta Stahl (Universität zu Köln) und der Abteilung für MR Forschung in der Neurologie und Psychiatrie der Universität Göttingen führen wir eine fMRT Studie zur Verarbeitung von Fehlern bei Personen mit unterschiedlicher Ausprägung des Persönlichkeitsmerkmals Perfektionismus durch. Perfektionismus wird in Zusammenhang gebracht mit verschiedenen psychischen Störungen wie z.B. Anorexie, Depression und Angststörungen. In unserer Studie geht es darum, zunächst an gesunden Personen mit hohem und niedrigem Trait-Perfektionismus die neuronalen Korrelate von Fehlerentdeckungsprozessen zu untersuchen.


Abgeschlossene Projekte

Stigmatisierung psychischer Störungen in Ghana

Menschen mit psychischen Störungen sind zusätzlich zu ihrer eigentlichen Störung häufig stigmatisierenden Einstellungen ihrer Umgebung ausgesetzt. Für die Betroffenen hat dies vielfältige negative Konsequenzen. Die Stigmatisierung von Störungen kann zudem dazu führen, dass Menschen zögern, sich in Behandlung zu begeben. In Ländern mit geringeren Ressourcen sind die Folgen häufig dramatisch. Ghana hat ca. 20 Mio Einwohner, von denen nach WHO Schätzungen 650.000 Personen unter schwerwiegenden psychischen Problemen leiden. Die Versorgungslücke beträgt 98%. Auf 1 Mio Einwohner kommen 0,8 Psychiater (in Deutschland sind es 118). Bisherige Studien über die Einstellungen zu Personen mit psychischen Störungen sind vorwiegend in Europa und den USA durchgeführt worden; für das subsaharische Afrika existieren nur vereinzelte Studien, für Ghana gab es keine systematischen Daten. In einem gemeinsamen Projekt mit Dorothee Klecha (Bern) und Seth Nyarko (Freiburg) befragten wir in Ghane mit dem Community Attitudes towards the Mentally Ill (CAMI) Fragebogen 400 Personen über ihre Einstellungen zu Personen mit psychischen Störungen. Da uns nicht nur die Einstellung der Allgemeinheit, sondern auch das durch die Betroffenen selbst erlebte Stigma interessierte, befragten wir zusätzlich 100 Patienten der öffentlichen psychiatrischen Krankenhäuser in Ghana. Das Projekt ist abgeschlossen.

Ergebnisse

Kategoriale Ratings für das IAPS für eine deutsche Stichprobe

Das International Affective Picture System (IAPS) (Lang et al. 2008) ist eine Sammlung Photographien mit vielfältigem emotionalem Inhalt, die bei Untersuchungen häufig als Stimulusmaterial eingesetzt werden. Da sie im Rahmen des sogenannten dimensionalen Ansatzes in er Emotionsforschung entwickelt wurden, liegen für die einzelnen Bilder vor allem Normen im Hinblick auf Valenz und Arousal vor, aber nur vereinzelt kategoriale Ratings, d.h. Zuordnungen zu einzelnen Emotionen wie Angst, Ärger, Freude, etc. Deutsche kategoriale Ratings gibt es noch gar nicht. Gemeinsam mit Jutta Stahl haben wir deshalb 200 Studierende 298 der IAPS Bilder im Hinblick auf Valenz, Arousal und Emotionskategorie raten lassen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Identifikation von Angstbildern. Die Untersuchung ist abgeschlossen.

Ergebnisse

Ein weiteres Interesse gilt in diesem Zusammenhang der Frage, ob Persönlichkeitseigenschaften einen Einfluss auf die Wahrnehmung visueller emotionaler Stimuli haben. Dieser Teil ist noch in Arbeit.


Sonstige Interessen und Projekte

Kognitiv-behaviorale Therapie bei Schizophrenie

Gemeinsam mit Dorothee Klecha Übersetzung und Bearbeitung des Behandlungsmanuals "Kognitiv-behaviorale Therapie bei Wahn und Halluzinationen" von Hazel Nelson.