Forschung

Übergeordnete Forschungsthemen der Abteilung

Kognitive Verzerrungen und Cognitive Bias Modification (CBM)

Ein Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung kognitiver Verzerrungen bei psychischen Störungen.  In unserer Forschung untersuchen wir, inwieweit sich psychopathologische Symptome auf die Verarbeitung appetitiver Stimuli und aversiver Stimuli auswirken. Es ist unser Ziel, die Zusammenhänge zwischen verschiedenen kognitiven Verzerrungen genauer zu verstehen, deren Relevanz für den Therapieerfolg zu untersuchen und die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung für die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Interventionen nutzbar machen. Ausgehend von der zentralen Rolle kognitiver Verzerrungen für die Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen untersuchen wir systematisch, ob kognitive Trainings und Cognitive Bias Modification (CBM), die spezifisch auf eine Verbesserung kognitiver Funktionen oder die Modifikation kognitiver Verzerrungen abzielen, als Stand-Alone Trainings effektiv sind und ob durch die Kombination der Standardbehandlung und CBM die Effektivität psychotherapeutischer Interventionen verbessert werden kann.

Imaginationsbasierte Interventionen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich imaginationsbasierter Interventionen. Um die Wirksamkeit bestehender Interventionen zu verbessern besteht ein Ansatzpunkt darin, neben der verbalen Verarbeitung weitere Wahrnehmungsinhalte, beispielsweise mentale Bilder, bei der Behandlung stärker zu berücksichtigen. Studien haben gezeigt, dass mentale Bilder mit störungsspezifischem Inhalt bei fast allen psychischen Störungen auftreten und sich in hohem Maße auf die Symptomatik und den emotionalen Zustand auswirken. Das Ziel in diesem Forschungsbereich ist, durch ein verbessertes Verständnis der Wirkmechanismen imaginationsbasierte Interventionen zu verbessern und deren gezielteren Einsatz zu ermöglichen.

Perinatale Versorgung

Ein im Aufbau befindlicher Forschungsschwerpunkt widmet sich der Frage, wie Eltern nach einem auffälligen pränatalen oder neonatalen Befund unterstützt werden können. Dabei untersuchen wir zum einen, welche psychosozialen Unterstützungsangebote Eltern erhalten, wie hilfreich sie diese erleben und welche Angebote weiterentwickelt werden müssen, um besser an die individuellen Bedürfnisse und Lebenssituationen der Familien angepasst zu sein. Zum anderen beschäftigen wir uns mit den Auswirkungen eines Kindsverlust. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den psychischen Folgen, die entstehen können, wenn Eltern vor die wohl schwerste Entscheidung gestellt werden: Soll eine Schwangerschaft bzw. Behandlung eines zu früh geborenen oder schwer kranken Kindes fortgesetzt oder beendet werden? Wie können Eltern nach dem Verlust eines Kindes bestmöglich begleitet werden? Ziel unserer Forschung ist es, die psychosoziale und psychotherapeutische Versorgung von Familien in diesen sensiblen Lebensphasen zu verbessern.