Forschung

Information

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Verbundprojekt „Eskalationsforschung zur Kommunikation großer Infrastruktur- und Bauvorhaben“

Teilprojekt Sozialpsychologie: Wahrnehmung und Interpretation von Sachinformationen durch Konfliktbetroffene und Konfliktbeteiligte

 

(Gefördert im Rahmen des „Niedersächsischen Vorab“ der VolkswagenStiftung)

 

Fokus des niedersächsischen Verbundprojektes: Dieses Projekt bringt Forscher/-innen der Universitäten Braunschweig, Göttingen und Hannover aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Der Verbund widmet sich seit Oktober 2014 der Frage, welche unterschiedlichen Faktoren darüber entscheiden, ob es bei der Entscheidung, Planung und gegebenenfalls auch Umsetzung von Großprojekten zu Prozessen der Konflikteskalation kommt oder ob der Fortgang dieser Projekte friedlich und im Konsens miteinander erfolgt (unabhängig davon, ob ein Projekt in der geplanten Form, einer anderen Form oder gar nicht verwirklicht wird). Mit unserer unabhängigen Forschung möchten wir dazu beitragen, den Dialogprozess zukünftig weiter im Sinne der Beteiligten zu optimieren.

Fokus des Teilprojektes Sozialpsychologie: Ein wichtiges Merkmal eskalierender Auseinandersetzungen um Infrastruktur- und Bauvorhaben besteht darin, dass sie sich durch vermeintlich klärende Sachinformationen (wie etwa Expertengutachten) nicht oder nur unzureichend befrieden lassen. Wir interessieren uns für die Verarbeitung und Beurteilung von Sachinformationen durch Betroffene und Beteiligte und möchten mit unserer Begleitforschung u.a. herausfinden, wie man diese im Rahmen der Kommunikation von Infrastruktur- und Bauvorhaben am besten gestalten sollte.

 

 

 

Weitere Informationen zum Verbundprojekt finden Sie hier (https://www.tu-braunschweig.de/innenpolitik/eskalationsforschung).

 

 

Leadership

Forschungsbereich „Emergence of Leadership“

Oft kann beobachtet werden, dass in neu formierten Gruppen ein Gruppenmitglied die Führung übernimmt, obwohl es keine vorab festgelegte Führungsrolle gibt. Auf Forschungsebene hat die Untersuchung dieses als „Emergence of Leadership“ bezeichneten Phänomens zum Ziel, die Faktoren zu identifizieren, die determinieren, welche Person Führung in einer Gruppe ergreift. Bisherige Forschung fokussiert dabei vor allem auf die sich herausbildende Führungskraft selbst, wobei ungeklärt bleibt, ob die Führungsversuche erfolgreich waren und der Führungskraft auch gefolgt wurde. Dieser Forschungsbereich hat zum Ziel, die Faktoren zu identifizieren, die zum einen determinieren, wer sich als Führungskraft in einer Gruppe herausbildet und zum anderen determinieren, ob andere Gruppenmitglieder dieser Person folgen. In unserer Forschung untersuchen wir dazu eine große Bandbreite an interindividuellen Unterschieden sowie Verhaltensweisen.

 

Verhandlungen

Forschungsbereich „Prozessverluste & -gewinne in Verhandlungen“

“Prozessverluste und –gewinne in Verhandlungen” ist ein Kooperationsprojekt mit der Leuphana Universität Lüneburg. Im Rahmen des Projekts wird die Rolle von sozialer Interaktion in Verhandlungssituationen analysiert. Vorherige Verhandlungsforschung suggeriert, dass Verhandeln in aller Regel zu besseren Ergebnissen für beide Parteien führt. Jedoch zeigt die Gruppenforschung, dass soziale Interaktion oftmals zu Prozessverlusten führen kann. Vor diesem Hintergrund werden verschiedene Variablen (wie z.B. die Charakteristiken der Verhandlungssituation, Verhandlungsziele und kognitive Frames) manipuliert, um die Bedingungen zu untersuchen, unter denen Prozessverluste vs. Prozessgewinne beobachtet werden können. Zu diesem Zweck werden reale Gruppen mit Nominalgruppen, die nicht sozial interagieren, verglichen, wodurch Gruppen- und Verhandlungsforschung verknüpft werden. Signifikante Unterschiede zwischen Real- und Nominalgruppen weisen entweder auf einen Prozessverlust oder auf einen Prozessgewinn hin.

 

 

 

 

Steuerverhalten

Die Steuerzahlungen der Bürger und Bürgerinnen erlauben es der Gesellschaft öffentliche Güter, wie Infrastruktur, Bildungswesen oder Sozialsystem zu finanzieren. Ziel dieses Forschungsschwerpunktes ist es, jene psychologischen Determinanten zu identifizieren und näher zu beschreiben, die die Steuerehrlichkeit von Menschen und Unternehmen beeinflussen. Wichtige Determinanten sind beispielsweise Strafen und Kontrollen, die Legitimität der Steuerbehörden, Vertrauen, soziale Identität und Normen oder Fairness. Aktuell werden unter anderem zwei Projekte durchgeführt. Im ersten Projekt soll die Steuerehrlichkeit von reichen Personen genauer untersucht werden. Beispiele wie die Panama Papers, die Paradise Papers oder die CUM-Ex Geschäfte zeigen, dass bei reichen Personen sehr wahrscheinlich andere Wirkmechanismen eine Rolle für die Steuerehrlichkeit spielen, als bei Personen mit mittleren oder unteren Einkommen. Im zweiten Projekt werden Gruppendynamiken beim Steuerzahlen analysiert, beispielsweise wenn die Steuerentscheidung von zwei Personen und nicht nur von einer Person getroffen wird. Untersucht wird, ob es in der Gruppe zu vermehrter oder verringerter Steuerhinterziehung kommt und welche sozialpsychologischen Prozesse diesen Unterschied erklären können. Die Ergebnisse des Forschungsschwerpunktes sollen praktische Ideen zur Erhöhung des ehrlichen Steuerzahlens in unserer Gesellschaft liefern.

 

Projektleitung: Dr. Katharina Gangl